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Der Euro: Von Luft und Liebe
25. Mai 2010 | Einen Kommentar hinzufügen
Dem Euro wurde durch Altkanzler Helmut Kohl eine große Zukunft versprochen. Zitat: “Der Euro wird die Mark vergessen lassen”. Leider nicht ganz richtig. Denn heute im Jahre 2010 wünschen sich laut einer Umfrage der Dresdner Bank 54,3 Prozent der Deutschen die D-Mark zurück. Auch die Aussage Theo Waigels, der Euro werde “genau so hart wie die D-Mark” war wohl ein Irrtum. Er versprach den Sparern im November 1996, eigenhändig für einen stabilen Euro zu sorgen. Eine Lüge? Eigentlich nicht, denn in der Tat sorgt heute stellvertretend der deutsche Steuerzahler eigenhändig dafür, dass der Euro nicht zusammenbricht.
Deckung
In der Vergangenheit waren Währungen an physische Güter gekoppelt. Dabei handelte es sich um Warengeld, die Güter waren beispielsweise Rinder, Kamele, Ziegen, Silber oder Gold. Unser heutiges Geldsystem ist seit dem Jahre 1971, als US-Präsident Richard Nixon die Goldbindung des Dollars aufhob, durch nichts mehr gedeckt. Jeder einzelne Cent auf unseren Konten oder in unseren Geldbeuteln ist ein Kredit, den eine andere Person aufgenommen hat. Doch es kommt noch schlimmer: Die Mindesteinlage beträgt im Euroraum 2%. Hat eine Person beispielsweise 80 Euro Guthaben auf dem Sparkonto, kann die Bank dafür an eine andere Person 4.000 Euro verleihen, gegen Zinsen versteht sich.
Ein Schneeballsystem? Falls es den Leser beruhigt: Noch niemals hat in der Geschichte eine Währung ohne jegliche Deckung länger als ein paar Jahrzehnte überlebt. Und auch dieses mal wird es wohl in die Hose gehen: Alleine in 2010 muss der Bund für Zinsen rund 38,2 Milliarden Euro ausgeben. Zwar haben wir uns inzwischen an Zahlen im Milliardenbereich gewöhnt. Dass wir Steuerzahler aber knapp 73.000 Euro pro Minute für Zinszahlungen aufbringen müssen, weil unsere Politiker seit Jahrzehnten unser Geld auf den Kopf hauen, ist dann doch harter Tobak. Ein Kollaps ist, nüchtern betrachtet, so wahrscheinlich wie ein Amen in der Kirche. Die Frage ist lediglich, wann dieser stattfinden wird.
“Deutschland lebt über seine Verhältnisse”
Ich möchte vorweg an die goldenen Füller für 68.000 Euro für Bundestagsabgordnete erinnern. Oder an das Bonner Ministerium, das sich für 250.000 Euro einen neuen Küchenfußboden legen ließ. Dann rettet man einen Immobilienfinanzierer, die HRE, mit 200.000.000.000 Steuer-Euros, rettet Griechenland mit 143.000.000.000 Steuer-Euros, vorher noch die Postbank, Commerzbank und und und, nur um uns am Ende weiszumachen, dass wir Deutschen über unsere Verhältnisse leben und darum jetzt die Steuern erhöht werden müssen. Die Deutschen sind ein sehr geduldiges Völkchen. Vielleicht etwas zu geduldig?
Dollar vs. Pfund vs. Euro
Drei Währungssysteme, ähnliche Wertentwicklung in den vergangenen 10 Jahren. Einige Anleger versuchen zu ergründen, welche dieser genannten Währungen stabiler ist als die andere, bzw. welche zuerst den Bach hinunter gehen wird und suchen darum gezielt nach Anlageformen in dieser oder jener Währung. Generell falsch ist das sicher nicht, anhand der sich stündlich aktualisierenden Meldungen kann man dadurch vermutlich das eine oder andere retten. Doch wie steht es wirklich um die genannten Währungen? Wer oder was steht dahinter und durch was sind sie gedeckt?
Zentralbanken
Alle drei Währungen haben ihren eigenen Währungshüter. Im Falle des US-Dollars handelt es sich dabei um das Federal Reserve System (FED), das Pfund wird von der Bank of England (BoE) verwaltet und die Europäische Zentralbank (EZB) wacht über den Euro. Hier wird stark vereinfacht mit Hilfe des Leitzinses, der Mindesteinlage von Banken und der Geldmenge bestimmt, wie wertbeständig die Währung auf dem Weltmarkt ist und zu welchem Preis sich Geschäftsbanken und dadurch auch wirtschaftliche Unternehmen Geld bei den genannten Zentralbanken borgen können.
Es liegt also eine sehr große Verantwortung bei den Zentralbanken. Sie bilden in unserem System den Dreierspagat -zumindest sollten sie das – zwischen dem Kleinsparer, welcher Monat für Monat 100 Euro auf’s Sparbuch legt, der Investmentbank, die Milliarden hin- und herschiebt und dadurch Milliardengewinne oder -verluste “erwirtschaftet”, und der Wirtschaftspolitik, die Inflation unbedingt erfordert.
Der Dollar
Der Dollar ist wie der Euro und das Pfund nicht durch einen Gegenwert gedeckt. Was den schwammigen Dollar aber im Vergleich zum Euro “attraktiv” macht, ist dass hinter der US-Währung die stärkste Militärmacht der Welt steht. Stets bereit zuzuschlagen um seine Legitimität zu verteidigen. Bespiel: Der Irak wurde besetzt und der Staatschef Saddam Hussein gehängt. Nicht wegen dessen terroristischen Kontakten, Massenvernichtungswaffen oder irgendwelchen Kriegsverbrechen vor Jahrzehnten, sondern weil Saddam Hussein sein Öl nicht mehr in Dollar, sondern in Euro handeln wollte.
Das selbe ist beim iranischen Präsident Mahmoud Ahmadinejad in Planung bzw. wurde es teilweise sogar schon umgesetzt. Eine Öl-Börse, welche nicht mehr in Dollar handelt wurde bereits eröffnet. Wie über den Iran mit seiner “Diktatur” und seiner “Atompolitik” in unserer Qualitätspresse berichtet wird, wissen wir zwangsläufig inzwischen alle. Auch Hugo Chávez tauscht venezolanische Rohstoffe nicht mehr in Dollars, sondern gegen andere Sachwerte und gerät (dadurch?) immer wieder in die Negativ-Schlagzeilen.
Während Obama wie sein Vorgänger Bush ganz nach freud’schem Geschmack gegen den Iran und sein Atomprogramm wettert, darf man nicht vergessen, dass die Atombombenabwürfe auf Hiroshima und Nagasaki am 6. und 9. August 1945 durch die USA die ersten und bisher einzigen Kernwaffeneinsätze überhaupt in der Geschichte der Menschheit waren. Diese Tatsache wird offenbar gerne vergessen zwischen Iran-, Nordkorea- und irgendwelchen 9/11-Nachrichten. Übrigens hat Pakistan ebenfalls die Atombombe, doch scheinbar vertraut man der dortigen Regierung mehr als der iranischen.
Das Pfund
Staatsoberhaupt der Parlamentarischen Monarchie des Vereinigten Königreichs ist Königin Elizabeth II. Klingt zuerst nicht sonderlich spannend, doch ist sie die grösste Landeigentümerin der Welt. Sie ist das Staatsoberhaupt von Grossbritannien und von 31 anderen Ländern und Territorien. Außerdem ist sie der private Eigentümer von ca. 27 Millionen Quadratkilometern Land, mehr als 1/6 der gesamten Landfläche der Erde und besitzt somit mehr Land als der chinesische und der russische Staat zusammen. Die Queen gehört zu den Großaktionären von Rio Tinto Zinc, das 12% des Welthandels an wichtigen Edel- und anderen Metallen sowie Mineralien kontrolliert.
Ob sich das auf ein stabiles Pfund auswirkt? Wie man derzeit deutlich sieht, ist das nicht der Fall. Aber soll ja auch nicht, schließlich hat Großbritannien einen hohen Importüberschuss. Nichtsdestotrotz steht auch hinter dieser Währung, ähnlich wie hinter dem Dollar, eine von außen sehr schwer angreifbare Macht, die die Kontrolle über ihre Währung keineswegs aus den Händen geben wird.
Der Euro
Es mag etwas konspirativ klingen, doch scheint der Euro bzw. die Währungsunion zu einer Art Müllhalde zu verkommen. Nicht nur, dass Hinz und Kunz nach und nach der Eurozone beitreten. Fast könnte man annehmen, dass der globale Währungscrash eigentlich schon längst hätte stattfinden müssen, wäre Deutschland nicht dazu verdammt worden, alles und jeden vor dem Bankrott zu bewahren. Gold-Publizist Walter K. Eichelburg bezeichnete diesen desolaten Zustand auf seiner Website hartgeld.com treffend als “Versailles II”.
Hinter dem Euro stehen also lediglich fleißige Arbeiter aus Deutschland, der Niederlande, Frankreich, Österreich oder Italien, die der Willkür der elitären Obrigkeit hilflos ausgeliefert sind und nach und nach demontiert werden. Keine Autorität, keine Militärmacht, nicht einmal gemeinsame politische Interessen stehen hinter dieser Gemeinschaftswährung. Für mich Grund genug, keine Möglichkeit mehr auszuschließen. Sei es eine Währungsreform, ein deflationärer Schock oder eine Hyperinflation: Alles ist jetzt beim Hauruck-Kunstprodukt Euro möglich, weshalb viele Anleger diesem Geld ab jetzt wohl vollständig den Rücken zuwenden dürften.
Noch fand kein nennenswerter Bank Run statt, noch gab es – von Griechenland abgesehen – keine nennenswerten Ausschreitungen, noch wiegen sich die Europäer in Sicherheit. Doch wie sagte Henry Ford einst so schön: “Es ist durchaus gut, dass die Bürger dieser Nation unser Banken- und Geldsystem nicht verstehen, denn wenn sie es täten, dann glaube ich gäbe es eine Revolution vor morgen früh”.
Quellen: Goldene Füller zum Abgang, Politiker verschwenden viel Geld, Merkel stimmt Deutsche auf hartes Sparen ein, DIW-Chef fordert deutlich höhere Mehrwertsteuer, Wem gehört die Welt?, Das geheime Insiderwissen der Queen, Der Euro wird die Mark vergessen lassen, Mehr als die Hälfte der Deutschen will die D-Mark zurück
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Veröffentlicht unter: _Münzen · Etiketten: Banken, Bankrott, Deflation, Deutschland, Dollar, Edelmetall, Euro, Frankreich, Geld, Griechenland, Großbritannien, Inflation, Irak, Iran, Italien, Militär, Österreich, Regierung, Revolution, Silber, Steuern, System, USA, Waffe, Welt, Wirtschaft
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