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Der Euro in der Sackgasse
Eine Kette ist nur so stark wie ihr schwächstes Glied, sagt man so schön. Der Kondratieff-Frühling befindet sich noch in weiter Ferne, die Eurokette leidet derzeit an starkem Rostbefall und steht vor einer akuten Zerreißprobe. Folgt ein Ende mit Schrecken? Ein Schrecken ohne Ende? Wird alles wieder gut? Das Beispiel Griechenland dürfte nur der Anfang sein, in Portugal, Spanien und auch Italien sieht es auch nicht wirklich besser aus. Die Preisfrage ist nun: Wie geht es weiter? Wird unsere Gemeinschaftswährung scheitern? Was gibt es für mögliche Schachzüge, die jetzt folgen und wer hat etwas davon? Ein paar Möglichkeiten am Beispiel Griechenland.
1. Möglichkeit: Griechenland fliegt aus der Währungsunion
CSU-Landesgruppenchef Hans-Peter Friedrich forderte, Griechenland solle aus der Eurozone austreten. Streng nach dem Motto: Aus den Augen, aus dem Sinn. Die Griechen würden die Drachme wieder einführen, diese abwerten und alles wäre wieder gut, so der Gedanke. Leider aber laufen die Kredite bei Eurostaaten und Eurobanken trotzdem auf Euro. Wertet die neu eingeführte Drachme dann wie erwartet ab, verteuern sich die Auslandsschulden dementsprechend. Die Folge: Ein sofortiger Staatsbankrott wäre sehr wahrscheinlich, Schulden werden nicht zurückgezahlt, also wieder unser Problem.
2. Möglichkeit: Die Griechen führen die Drachme als Parallelwährung ein
Renten, Löhne, Sozialgeld und jeglicher Geldverkehr werden von nun an in Drachmen getätigt, Guthaben in Euro bleiben jedoch erhalten. Ab diesem Moment besitzen nur noch Wohlhabende Euro-Guthaben, alle anderen dürfen sich mit der neuen (alten) Währung zufriedengeben, die nächstes Jahr vielleicht nur noch die Hälfte wert ist. Die Folge: Starke Teuerung für alle Lohnbezieher bzw. für den Normalbürger ohne Ersparnisse. Im temperamentvollen Griechenland schwer vorstellbar.
3. Möglichkeit: Die Nettozahler steigen aus
Die Nettozahler sind vermeintlich solide Euro-Staaten wie Deutschland, Frankreich oder die Niederlande. Würde ein Staat wie Deutschland aus der Währungsunion austreten, verkäme die neue DM schnell zur Fluchtwährung. Die Folge: Die DM erstarkt zu Euro und Dollar, deutsche Exporte werden belastet und Arbeitsplätze gefährdet. Gut wäre ein deutscher Austritt eher für alle anderen, zumindest solange die deutsche Wirtschaft nicht unter der starken Währung zusammenbricht.
4. Möglichkeit: Alles bleibt wie es ist
Die Wirtschaft im gesamten Euroraum lahmt, der derzeitige Aufschwung ist subventioniert auf Kredit. Gegenmaßnahme: Der Euro wertet massiv ab, um Exporte anzutreiben. Leider aber befindet sich der Rest der Welt in einer ähnlichen Sackgasse. Ein “Abwertungskrieg” zwischen Dollar, Euro und Yuan wäre die Folge (findet bereits statt, siehe hier: klick). Zudem würden sich Benzin und andere importierte Rohstoffe durch eine Abwertung der Währung verteuern – ebenfalls eine Belastung für die heimische Wirtschaft. Westliche Staaten müssten sich diese Rohstoffe also bereits vorher sichern.
Fazit
Theoretisch ergibt keine der vier Möglichkeiten für uns einen Sinn. So oder so wird es für die Nettozahler bzw. deren Bürger teuer. Entweder durch Enteignung (Subvention der Krisenstaaten und Steuererhöhungen) oder durch Inflation. Dort, wo noch etwas zu holen ist, wird man jetzt zugreifen. Die Nettozahler befinden sich in der Sackgasse, mehr als Stagnation ist derzeit einfach nicht drin und das uns erlösende Wachstum wird aller Wahrscheinlichkeit nach ausbleiben. Eine Lösung, die alle zufriedenstellt, befindet sich meines Erachtens in weiter Ferne. Es gibt momentan kein Vor und kein Zurück, gravierende Veränderungen dürften bevorstehen. Man darf gespannt sein, wie es für den deutschen Steuerzahler weitergeht. Hoffen wir das Beste.
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Veröffentlicht unter: Politik · Etiketten: Banken, Bankrott, Deutschland, Dollar, Euro, Frankreich, Geld, Griechenland, Inflation, Italien, Krise, Militär, Portugal, Schulden, Spanien, USA, Welt, Wirtschaft

















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