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Das Theater um Griechenland
25. Januar 2010 | 7 Kommentare
Es ist einiges los in der Welt. Erdbeben auf Haiti, weit über 100.000 Menschen starben, noch immer suchen tüchtige Helfer nach Überlebenden in den Trümmern, die venezolanische Regierung unter Hugo Chávez unterstellt inzwischen sogar einen HAARP-Angriff seitens den USA. A propos: Vergangenen Freitag sind in den USA wieder fünf Banken pleite gegangen. Obama verschärft seinen Kampf gegen die Wall Street, indem er Banken verkleinern und diesen verbieten möchte, in Hedgefonds bzw. auf eigenes Risiko zu investieren. Moment, wer bezahlte ihm im Jahr 2008 doch gleich seinen Wahlkampf? Ach ja, Goldman Sachs, JP Morgan, Citigroup, Morgan Stanley, Lehman, ja sogar die UBS oder Großkonzerne wie Google und Microsoft… Ohne Worte.
Großbritannien mit seinen 60 Millionen Einwohnern hat bis dato 1 Billion Euro an Steuergeldern in marode Banken gepumpt, was jeden Einwohner mit etwa 17’000 Euro belastet.
Und auch in Deutschland geht es rund: Die IKB erhält 12 Milliarden Euro und teilt uns mit, dass der Steuerzahler wohl bald wieder abdrücken wird müssen. Die Hypo Real Estate verschlingt hunderte Milliarden Euro an Steuergeldern, bis man auf die Idee kommt, eine 210 Milliarden Euro Steuergeld-Bürgschaft für unverkäufliches Luftpapier zu spendieren (auch genannt: Bad Bank).
Vorsichtige Schätzungen zu den bisherigen Kosten für die Finanzkrise belaufen sich bislang auf 7,3 Billionen Euro, also über 1000 Euro pro Erdenbürger. Das ganze verkauft man uns dann als notwendige Bankenrettung zum Schutz der Bevölkerung gegen Verlust des Sparvermögens und zur Stabilisierung der Wirtschaft. Doch hat der durchschnittliche Erdenbürger, inbegriffen Äthiopier, Nigerianer und Kasachen, überhaupt 1000 Euro auf der hohen Kante, welche es so vehement zu retten gilt?
Und dann ist da noch Griechenland. Ein kleiner EU-Staat mit 11 Millionen Einwohnern und etwa 300 Milliarden Euro Schulden, was derzeit etwas mehr als 100% des jährlichen Bruttoinlandsprodukts (BIP) entspricht. Laut diverser Ökonomen, Politiker, Konzernmedien und sonstigen Experten stellt Griechenland die Europäische Währungsunion vor ein Dilemma. Moment mal, 300 Milliarden Euro Schulden? Also weniger, als allein die Hypo Real Estate in den letzten paar Monaten an Steuergeldern verbrannt hat? Weniger als ein Drittel dessen, was Großbritannien den Banken spendiert hat? Eine Staatsverschuldung, die ungefähr dem Privatvermögen der zehn reichsten Menschen der Welt entspricht, soll die gesamte Europäische Währungsunion umwerfen?
Die Neuverschuldung Griechenlands beläuft sich dieses Jahr wohl auf 53 Milliarden Euro. Sicher sind das horrende Zahlen, aber in Relation zum katastrophalen Gesamtbild der EU bzw. der Welt ist das ein Tropfen auf den heißen Stein.
Ich bin nicht ganz sicher was man uns hier vorspielt, aber irgendwie klingt das arg nach dem bekannten Schwarzen Peter, der hin- und hergeschoben wird. Im Moment hat ihn eben Griechenland. Sicherlich ist ein Staatsbankrott kein Kindergeburtstag, aber hier wird ganz klar übertrieben. Die Gesamtverschuldung im Vereinigten Königreich beispielsweise beläuft sich auf 449% des BIP.
Zwei Gründe für die Übertreibung bezüglich der Schulden Griechenlands könnten sein:
- Man will den tatsächlichen entstandenen Schaden der Finanzkrise überschatten
- Man will den Euro in naher Zukunft abwerten und benötigt dafür einen Sündenbock
Also handelt es sich aller Wahrscheinlichkeit um Propaganda. Ob Griechenland pleite ist oder nicht ist dabei völlig egal, die Europäer sollen durch den derzeitigen Medienrummel auf eine galoppierende Inflation oder eine andere Form der Enteignung eingestimmt werden, welche so oder so kommen wird. Als Buhmann, auf dem jetzt alle nach Herzenslust herumhacken dürfen, präsentiert man uns dann eben Griechenland.
Doch der Fehler liegt wohl eher im maroden System ansich, als an ein paar Politikern in einem Mini-Land, dessen Bevölkerung nur rund 2% der EU ausmacht. Vielleicht sollten wir uns dadurch nicht weiter ablenken lassen, denn es gibt wesentlich größere Baustellen als Griechenland.
Quellen: USA: 5 Banken bankrott, Obama verschärft den Kampf gegen die Wall Street, Barack Obama: gewählt um zu führen?, Krisenbank Hypo Real Estate halbiert sich mit Staatshilfe, IKB befürchtet das Schlimmste, Preisschild für Finanzkrise: 10,5 Billionen Dollar, Billionenhilfe für britische Banken, Griechenland, The World’s Billionaires (Forbes Magazine), Griechenland stellt die Eurozone vor ein Dilemma, USA griffen Haiti mit Erdbeben-Waffe an, Griechenland in der Krise, UK: Verschuldung bei 449% des BIP
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Veröffentlicht unter: Kolumnen · Etiketten: Banken, Bankrott, Deutschland, Dollar, Edelmetall, Euro, Geld, Griechenland, Großbritannien, Inflation, Krise, Medien, Regierung, Schulden, System, USA, Waffe, Welt, Wirtschaft
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die usa hat 50 billionen dollar schulden, trotzdem schimpfen sie sich “wirtschaftsmacht”.. naja! schöner artikel.
Faustregel Nr.1: Alle wollen dein Geld haben
Faustregel Nr.2: Alles, was im TV läuft kann man pauschal als Lüge abwedeln
Kannst du mir die Quellen bzgl. der Staatsverschuldung Großbritanniens nennen? Ich finde nirgendwo eine Bestätigung zu der Zahl von 449% des BIP.
Hi Anachronist,
die Quellen findest du unter dem Beitrag. Es handelt sich dabei um die Gesamtverschuldung (private + staatliche). In Griechenland müsste diese bei etwa 130-150% des BIP liegen.
UK:
http://econo-matrix.blogspot.com/2010/01/uk-verschuldung-bei-449-des-bip.html
Griechenland:
http://econo-matrix.blogspot.com/2010/01/griechenland-privatverschuldung.html
Beste Grüße
Oh, vielen Dank. Die Quellen habe ich doch glatt für Tags gehalten und demnach nicht auch nur eine Sekunde beachtet :D
@Django – Zu Faustregel 1: Kannst dein FIAT behalten, wenn dann will ich es nur zum Tausch in etwas Werthaltiges!
@ZeroCool
Unterstellen wir ihm einfach, dass er Argentum (lat. Silber, Geld) meinte :)