China und Vietnam: Heftiger Streit um Paracel-Inseln


China/Politik/Vietnam

Zwischen China und Vietnam entflammt ein immer heftigerer Konflikt um die schon lange umstrittenen Paracel-Inseln. Zuletzt setzen chinesische Patrouillen Wasserwerfer gegen die vietnamesische Küstenwache ein. In der Region werden große Öl- und Gasvorkommen vermutet.

Chinas Ministerpräsident Li Keqiang
Bild: Friends of Europe, Lizenz: CC-BY-2.0

In den vergangenen zwei Tagen haben chinesische Kampfflugzeuge wiederholt den von Vietnam beanspruchten Luftraum im südchinesischen Meer in der Nähe der chinesischen Ölbohrinsel Haiyang Shiyou 981 verletzt, wie die vietnamesische Küstenwache meldete. Vietnam wirft China vor, die Plattform dort illegal zu betreiben. China beansprucht das Gebiet jedoch ebenfalls.

(Literatur zum Thema gibt's hier: klick)

Laut Vietnams Küstenwache sollen auch zahlreiche chinesische Schiffe, darunter drei Kriegsschiffe gesichtet worden sein. Außerdem bewachen chinesische Patrouillenboote die Bohranlage und haben bereits Wasserwerfer gegen die Küstenwache eingesetzt, worauf es am Sonntag in Vietnams Metropolen heftige Proteste gab. Tausende Demonstranten forderten China auf „die illegalen Aktivitäten auf vietnamesischem Gebiet“ zu beenden.

Die Plattform gehört zu den Paracel-Inseln, die von China und Vietnam als eigenes Staatsgebiet betrachtet werden. China eroberte die Inseln während des Vietnamkriegs, Vietnam jedoch begründet den Gebietsanspruch mit einer UN-Konvention aus dem Jahr 1982, die dem Land eine 200 Meilen reichende maritime Wirtschaftszone und somit auch die Inseln zuspricht. Auch Brunei, Malaysia, Taiwan und die Philippinen erheben Anspruch auf die Inseln. In der Region werden große Öl- und Gasvorkommen vermutet.

9 Comments

  1. Ueberall Truppenbewegungen und Streit :-((( Wenn das mal nicht alles deutliche Vorzeichen sind für einen grossen Knall :-(((

  2. bei einem solchen Streit ist der Schlichter nicht weit….
    der selbst ernannte Weltpolizist Amiland hat einen neuen Unruheherd entdeckt und wird sicher bald mit seiner pazifikflotte die rechte der Vitnamnesen sichern helfen gegen Öl….

    China hat dem Ami ein neues Pflaster verpaßt um seine $ zu verbraten und daheim verhungern die Menschen, arme Amis, dumme Amis!

    Soldaten sind Mörder und nur tote Soldaten sind gute Soldaten.

  3. @Maedel84
    Großer Knall oder kleiner Knall….
    Mich macht stutzig, daß Merkeltanien im 1. Quartal 2014 bereits 10% mehr Erdöl importierte als NORMAL – trotz eines „sommerlichen Winters…..?
    Soll einem das zu denken geben? Vorrat für den Ernstfall oder Solidarität mit der Junta in Kiew?

  4. Die Paracel-Inseln liegen 145 sm von Vietnam entfernt und sind von China 171sm entfernt.
    Die beiden Länder müßten sich eigentlich einigen. Urbane Spuren gibt es von beiden Streithähnen, auf den ansonsten sehr schönen Inseln, mit total weißen Sandstränden ohne Ende. Aber leider gibt es da wieder unter dem Sand Gas und Öl.

    Warum Brunai, Malaysia, Taiwan und die Philippinen Besitzansprüche anmelden scheint eigentlich indiskutabel. – Aber wenn es um ÖL/Gas-Geld geht, hört auch hier alle menschliche Vernunft auf.

    Unter Berücksichtigung der Förderkosten könnten die doch im Verhältnis
    145/171 teilen, also quasi fifti fifti machen.

    Aber nein, wenn es um Gas und Öl geht, muß man nicht in langen Gesprächen Haare spalten, sondern gleich zum Schädelspalten übergehen, wie die Amis das weltweit überall vormachen. – Fuck the Amis!

  5. @thu
    Mir wären Beiträge auf deutsch (oder englisch) lieber. Bitte um Verständnis.

    Danke
    Bürgender / gegenfrage.com

  6. Den Ländern in der Region geht es um mehr als um Öl, Gas und reiche Fischgründe. Sie machen die Territorialansprüche im Süd- und Ostchinesischen Meer zu einer Frage der nationalen Ehre. Die Installation einer chinesischen Ölbohrinsel in umstrittenen Gewässern ist nur das jüngste Ereignis in einer langen Reihe von Zwischenfällen, das wieder einmal die gefährliche Nationalisierung in der Region illustriert.
    Die staatseigene chinesische Ölbohrplattform HD-981 war Anfang Mai zu der vorgesehenen Position am Rande der umstrittenen Paracel-Inseln geschleppt worden. 80 chinesische Schiffe, darunter sieben bewaffnete, begleiteten sie. Bemerkenswert ist, dass der gewählte Standort der Plattform wenig Hoffnung auf reiche Rohstoff-Erträge macht – darin sind sich Experten einig.
    China wollte also ein Signal an die Region senden: Wir lassen uns weder vom Verband Südostasiatischer Nationen (ASEAN) noch von den Vereinten Nationen oder den USA etwas vorschreiben. China ließ sich bei der Installation der Bohrinsel nicht vom UN-Seerechtsübereinkommen beirren, und auch nicht von dem 2002 zwischen den ASEAN-Staaten und China vereinbarten Verhaltenskodex, der auf Dialog setzte und einseitige Veränderungen des status quo verhindern sollte. Auch Präsident Obamas Zusage, Japan und die Philippinen militärisch zu unterstützen, hat China offensichtlich wenig beeindruckt.
    Vietnam reagierte umgehend auf Chinas Vorstoß. Küstenwachschiffe sollten die Installation der Plattform verhindern oder wenigstens verzögern. Dabei kam es zu mehreren Zusammenstößen und den Einsatz von Wasserwerfern. Sechs vietnamesische Seeleute wurden verletzt. Das Staatsfernsehen wiederholte die Bilder in Endlosschleife.
    Am Wochenende (10./11.05.2014) genehmigte Hanoi dann antichinesische Proteste. Diese schlugen am Anfang der Woche im ganzen Land in Gewaltexzesse um. Die Demonstranten griffen wahllos chinesische oder vermeintlich chinesische Fabriken und Firmen an. Tatsächlich waren viele der verwüsteten Fabriken taiwanische oder südkoreanische. Scheiben wurden eingeschlagen, mindestens fünfzehn Fabriken gingen in Flammen auf. Zwanzig Menschen kamen bei den Ausschreitungen ums Leben. Hunderte Chinesen flohen nach Kambodscha.
    Die nationalen Ressentiments in Ost- und Südostasien sind historisch gewachsen. Japan demütigte China und Korea mit seiner imperialen Expansion auf das ostasiatische Festland im Zweiten Weltkrieg. Wie jedes Mal empörte der Besuch des japanischen Premiers Shinzo Abe im Yasukuni-Schrein, in dem auch Kriegsverbrecher geehrt werden, im April 2014 China und Korea. Auch Vietnam und China sind seit Jahrhunderten Gegner. China betrachtet Vietnam zuweilen als ehemalige Provinz, der man „eine Lektion erteilen müsse“. Noch 1979 kam es zu einem Grenzkrieg zwischen beiden Ländern mit Zehntausenden Gefallenen.

    Trotz dieses schwierigen historischen Erbes haben alle Staaten der Region in den letzten Jahren den Nationalismus weiter befördert. China und Vietnam nutzen ihn, um die Herrschaft der Kommunistischen Partei zu legitimieren. Japan fürchtet den Aufstieg Chinas und damit einen Bedeutungsverlust. Der Nationalismus soll dieses Gefühl der Schwäche kompensieren.
    Doch der Nationalismus hat seinen Preis. Die jüngste Eskalation im Zusammenhang mit der Bohrinsel zeigt, wie schwierig es ist, seine Dynamik zu kontrollieren. Er schränkt darüber hinaus die diplomatischen Möglichkeiten der Regierungen ein. Sie können nicht frei verhandeln, ohne im eigenen Land ihr Gesicht zu verlieren.
    Sowohl China als auch Vietnam haben sich schlicht verkalkuliert. China hat nicht damit gerechnet, dass die Bohrinsel einen derartigen Widerstand auslösen würde. Die vietnamesische Regierung konnte sich nicht vorstellen, dass die Proteste so gewalttätig werden würden. Um ihre Handlungsfähigkeit zurückzugewinnen, müssen die Regierungen den Teufelskreis aus Patriotismus und Gewalt durchbrechen

  7. Wir, die Vietnamesen sind eine friedliche Nation und wir handeln auch friedlich. Wenn es ein Land gibt, das in euer Land ohne euer Zustimmen eintritt, dort einbohrt, dort fischt, dort euer Öl beansprucht und eure Landsleute verletzt…was macht Ihr? Zugucken oder was dagegen machen? Wir wollen nur, was uns gehört
    Schauen Bitte Die Videos, Ihr werdet verstehen, wie wir von den chinesischen Schiffen angegriffen und gerammt wurden, und wie UNSERE Seeleute verletzt sind.
    Danke.

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