US-Kampfjets eröffnen Feuer auf US-Hubschrauber
14.04.1994: Black Hawk-Zwischenfall im Irak


Geschichte

Am 14. April 1994 eröffneten zwei US-Kampfjets im Nordirak das Feuer auf zwei Black Hawk-Hubschrauber, die irrtümlich als feindlich identifiziert worden waren. Alle 26 Crew-Mitglieder starben.

Black Hawk-Zwischenfall
Black Hawk-Zwischenfall, Bild: Gegenfrage.com

Der Black Hawk-Zwischenfall im Jahr 1994 war ein Eigenbeschuss der US-Streitkräfte im Nordirak. Dieses Ereignis fand an diesem Tag im Jahr 1994 während der sogenannten „Operation Provide Comfort“ (OPC) nach Ende des Zweiten Golfkriegs statt.

(Literatur zum Thema gibt's hier: klick)

Die Piloten von zwei F15-Kampfflugzeugen der United States Air Force (USAF) identifizierten zwei UW-60 Black Hawk-Helikopter der USA als irakische Mil-Mi24 „Hind“-Hubschrauber. Diese wurden von einem fliegenden Radarsystem (Airborne Warning and Control System, AWACS) begleitet.

Die F15-Piloten eröffneten das Feuer auf die beiden Hubschrauber, zerstörten diese komplett und töteten alle 26 Soldaten und Zivilisten, die sich an Bord befanden. Die Besatzung setzte sich aus Personal aus den Vereinigten Staaten, dem Vereinigten Königreich, Frankreich, der Türkei und der kurdischen Gemeinschaft zusammen.

Untersuchung

Eine anschließende Untersuchung der USAF fand heraus, dass der Unfall auf mehrere Faktoren zurückzuführen war. Die F15-Piloten wurden beschuldigt, die Hubschrauber als feindselig identifiziert zu haben.

Auch die Besatzungsmitglieder der begleitenden AWACS-Flugzeuge wurden für ihre Untätigkeit verantwortlich gemacht, da sie keine angemessene Kontrolle ausübten und nicht in die Situation eingriffen.

Darüber hinaus hatte die Freund-Feind-Erkennung (IFF) nicht funktioniert, weshalb die Hubschrauber für die F15-Piloten nicht identifizierbar waren. Zudem war es den USAF-Führern nicht gelungen, Hubschrauberoperationen der US-Army in den gesamten OPC-Flugbetrieb angemessen zu integrieren.

Als Folge der Ermittlungen gab es für mehrere USAF-Beamte ein Disziplinarverfahren. Doch nur einer von ihnen, Jim Wang, ein AWACS-Besatzungsmitglied, wurde vor ein Militärgericht gestellt, von dem er freigesprochen wurde.

Quellenangaben anzeigen
princeton.edu, wikpedia

5 Comments

  1. Zu diesem Thema der Schwierigkeiten mit der Freund-Feind Erkennung könnte ich ein ganzes Buch mit Beispielen aus dem letzten Weltkrieg zusammentragen.
    Und da, liebe Leute, sind deutlich mehr gestorben als nur 26
    Leute.
    Deshalb wurde ja nach dem Zweiten Weltkrieg an einer Freund-Feind Erkennung gearbeitet, weil das absolut notwendig war nach den ungeheuren Verlusten im Weltkrieg.
    Sehr oft wurden von allen Seiten, um die Verwirrung noch zu steigern, gegnerische KFZ, Panzer und sogar Flugzeuge mit den gegnerischen Hoheitszeichen eingesetzt.
    Plötzlich tauchte am Himmel eine „eigene“ Maschine auf, man winkte den „Kameraden“ zu- und wurde dann unter Feuer genommen. Alles passiert. Nicht nur einmal, sondern sehr oft in vier Kriegsjahren wurde das angewendet.
    Von den Deutschen ist bekannt, dass diese die Zeichen des Roten Kreuzes fast immer achteten. Von den Russen ist bekannt, dass sehr oft Munitionslager oder Hauptquartiere mit dem Roten Kreuz getarnt wurde.
    Von Briten und (geringer) den Amerikanern ist bekannt, dass diese häufig trotz dem sichtbaren Roten Kreuz die Ziele angriffen.

  2. …der überwiegende Teil der „freundlichen Angriffe“ geht aber natürlich auf Irrtümer in der Planung zurück, oder Fehler der voran gegangenen Aufklärung.

    Aus Sicht der Türkei macht die Abkehr vom Patriot System der Nato natürlich einen Sinn. Sollte es mit dem „Gegner“ Griechenland Probleme geben, würde die Nato interne Freund-Feind-Kennung den Abschuß von Natoflugzeugen verhindern. Das leistet dann nur ein Fremdsystem, in diesem Falle das S 400. Wobei es dann wiederum Sinn macht, die gelieferten S 400 mit einer funktionierenden Erkennung für russische Flugzeuge und Raketen auszurüsten. Sonst wäre das reines Harakiri für die Russen, der Nato (egal wem) diese Abwehrraketen zu liefern.

  3. laut carl schmitt ist die freund-feind-erkennung voraussetzung und wesen der politik.

    aber in der politik gibt es kein awacs. der mensch ist auf sich allein gestellt. der von den folgen des linken siffs aufgeschreckte kleinbürger tölpelt, jammert und schreit sich durch die kommentarspalten von faz, tichys einblicken und epoch times – und wählt afd, eine liberale partei (mit einem rechten flügel). der liberalismus ist das problem und die medizin soll eine liberale partei sein.

    dem bunzelbürger fehlt die fähigkeit zur freund-feind-unterscheidung. er ist nicht politisch, er ist nur ein kurzes hintergrundrauschen in der geschichte.

  4. Letzte Nacht schlug die Trump/May/Macron Connection zu.
    Der Schaden scheint überschaubar, ob es Tote gab wurde noch nicht genannt.
    Tja, wenn man schon keinen großen Krieg machen kann, wegen dessen ungesunden Wirkungen, so wollen diese drei Hitler-Nachfahren wenigstens örtlich begrenzten Schaden anrichten.
    Welche Schlußfolgerungen zieht Russland und China daraus?
    Doch nur die eine: Mehr Rüstung, mehr Nuklearsprengköpfe, mehr Abwehrwaffen.
    Somit hat Trump auch dieses Wahlversprechen gebrochen:
    die Sicherheit der Amerikaner zu erhöhen.

  5. Hallo ELCID,

    eben sehe ich Deinen Kommentar.
    Genauso ist es: Diese drei Dumpfbacken haben die Sicherheit ihrer Völker damit drastisch vermindert.
    Denn Putin, falls er das nicht schon lange gewusst hat, weiß jetzt ganz genau mit wem er es zu tun hat.
    China selbst hat ohnehin Nachholbedarf bei der Aufrüsterei und ich denke nicht, dass dieses Indien oder Australien oder Thailand gilt.

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