Bilanz 2015: USA warfen 23.144 Bomben über islamischen Ländern ab


Militär/USA

Ganze 23.144 Bomben wurden im Jahr 2015 von US-Streitkräften über islamischen Ländern abgeworfen. Die Zahl der zivilen Opfer liegt im einstelligen Bereich, schreibt eine dem US-Außenministerium nahe stehende Denkfabrik.

„Five Presidents 2009“ von White House photo by Joyce N. Boghosian - http://georgewbush-whitehouse.archives.gov/news/releases/2009/01/images/20090107-3_ky2q3150-515h.html. Lizenziert unter Gemeinfrei über Wikimedia Commons.
Five Presidents 2009“ von White House photo by Joyce N. Boghosian – http://georgewbush-whitehouse.archives.gov/news/releases/2009/01/images/20090107-3_ky2q3150-515h.html. Lizenziert unter Gemeinfrei über Wikimedia Commons.

US-Präsident Barack Obama, seines Zeichens stolzer Träger des Friedensnobelpreises (FNPT), scheute im vergangenen Jahr erneut keine Mühen, um der Welt den lang ersehnten Frieden zu bringen: Zwischen dem 01. Januar und dem 31. Dezember 2015 ließ er insgesamt 23.144 Bomben und Raketen auf islamische Länder abfeuern. Und das sind nur die offiziellen, vermutlich wie so oft nicht ganz ehrlichen Zahlen von einer dem US-Außenministerium nahe stehenden „Denkfabrik“, dem Council of Foreign Relations.

(Literatur zum Thema gibt's hier: klick)

Somalia wurde 18 Mal befriedet, der Jemen 58 Mal, Pakistan 11 Mal, Afghanistan 947 Mal und gegen Syrien + Irak mussten sich die US-Streitkräfte insgesamt 22.110 Mal vor Ort verteidigen. Am Beispiel Afghanistans sieht man die vielversprechenden Erfolge: Die von den USA selbst geschaffenen Taliban kontrollieren heute mehr Territorium als jemals zuvor seit 2001. Anscheinend haut das mit dem Frieden und den Bomben doch nicht immer hin. Schließlich versucht Washington inzwischen seit über 15 Jahren die Freiheit ins Land zu bomben.

Die letzten vier US-Präsidenten haben den Irak bombardiert, seit dem 07. August 2014 ist auch FNPT Barack Obama mit dabei in seinem Kampf gegen den Islamischen Staat (IS, ISIL, ISIS, Daesh). Der ehemalige US-Verteidigungsminister Leon Panetta bezeichnete die „langfristigen Anstrengungen“ im Nahen Osten als weiteren „30-jährigen Krieg“.

Bemerkenswert am Bericht des CFR-Mitglieds Micah Zenko ist die Anzahl der zivilen Opfer durch die Bomben- und Raketenangriffe: Ganze 25.000 feindliche Kämpfer sollen im vergangenen Jahr getötet worden sein, nur sechs Zivilisten kamen „wahrscheinlich“ dabei ums Leben. Wir erinnern uns: Am 30. Oktober 2015 bombardierte die US-Luftwaffe ein Krankenhaus in Kunduz, Afghanistan, wodurch 30 Zivilisten starben. Diese hat Zenko vermutlich in seiner Rechnung vergessen. Die Taliban selbst bezeichnen übrigens alle von US-Soldaten getöteten Afghanen als Zivilisten.

Rechnen wir nochmal kurz nach: Im Jahr 2014 schätzte die CIA die Anzahl der Kämpfer des Islamischen Staats auf 20.000 bis 31.000 Personen. Anfang 2016 bestätigte das Pentagon die Zahl 30.000. Im vergangenen Jahr wurden 25.000 Kämpfer getötet. 30.000 – 25.000 = 30.000. Na gut. Anscheinend wachsen diese Kämpfer proportional nach. Die US-Friedensmission im Nahen Osten dürfte uns jedenfalls auch im Jahr 2016 weiterhin auf Trab halten.


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3 Comments

  1. Tut mir leid, das mußte einfach raus bei mir, als ich das gelesen habe. Hab das auf facebook gepostet, damit das möglichst viel Leute sehen können:

    Ein Spruch, der seit vielen Jahren bei uns zuhause überm Esszimmertisch hängt, damit man immer sehen kann:

    „Gib acht, dass du das, was du mit dem Munde singst, auch mit dem Herzen glaubst, und dass du das, was du mit dem Herzen glaubst, auch durch Werke unter Beweis stellst“
    (Gennadius von Marseille)

    Fällt mir dabei Obama ein, dem man den Friedensnobelpreis als eine Art Vorschuß gegeben hat.

    „Nur“ 23144 Bomben auf islamisches Gebiet hat er in den 12 Monaten des Jahre 2015 befehligt.

    Dadurch stellen sich einige abwegige Fragen:

    – wieviele Kinder hätte man dadurch vom Hungertod bewahren können (so eine Bombe kostet sicher mehr als 2,50 €)?

    – wieviel zusätzlichen Hass und Ablehnung für alles Westliche hat man dadurch in diesen Ländern produziert?

    – wieviel muss Europa noch durch diese amerikanischen Provokationen erdulden?

    Schließlich gibts ja den gängigen Spruch:

    „Bei nice to America, or we´ll bring (bomb) democracy to your country…“

    Tja, der Teufel hat eben viele Gesichter…….

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