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“Aufschwung oder Depression?” Teil 8: Ewiges Wachstum
Da sind wir aber beruhigt: Frankreich und Deutschland erweisen sich einmal mehr als Vorreiter und geben die Marschrichtung in Sachen Aufschwung vor. Besonders Deutschland schlägt sich wacker. Im zweiten Quartal überraschte Europas führende Wirtschaftsmacht bereits mit einem BIP-Zuwachs von 0,3 Prozent. Für das dritte Quartal erwartet die Citigroup ein Plus von 0,9 Prozent. Wir stehen vor einem Wunder. Während die deutsche Wirtschaft so stark schrumpft wie noch nie und die Krise noch immer weite Teile der Welt fest im Griff hat, sinkt bei uns die Arbeitslosigkeit, zum vierten Mal in Folge. Doch leider spricht vieles dagegen, dass Angela Merkel unversehens ein Aufschwung in den Schoß fällt. Das Schlimmste liegt keineswegs hinter uns. Die schmerzhaftesten realen Folgen der Krise werden in den kommenden Monaten erst noch spürbar. Mehr als 4000 Mitarbeiter schickte BASF noch im April zeitweise nach Hause, jetzt arbeiten nur noch 1200 Beschäftigte kurz. Ist das also der erhoffte Aufschwung? Man könnte es auch so deuten: Nachdem man 3700 Stellen gestrichen hat, herrscht scheinbar immer noch eine Überkapazität bei BASF. So weit, so gut.
Glücklicherweise steht das “DIW-Konjunkturbarometer” auf Wachstum. DIW? Ach stimmt ja, die kündigten uns ja im Dezember 2007 auch schon Wachstum an, bevor die Industrie um bis zu 50% einbrach. Und was treiben unsere Politiker? Na Steuern senken natürlich. Darüber freuen wir Bürger uns zwar, weil wir so endlich unsere Schulden zurückbezahlen bzw. etwas mehr für noch schlechtere Zeiten sparen können, doch leider wird es dadurch wohl auch kein Wachstum geben. Vielleicht sollten sie es so machen wie die Schweizer: Einfach fest an den Aufschwung glauben. Oder wie die Bäume: Wir züchten einfach neue Bakterien, die uns wachsen lassen. Oder haben wir das vielleicht schon? Irgendwie lässt mich das gleich an die Schweinegrippe denken.
Was treiben eigentlich anderen Wirtschafts-Supermächte? Werfen wir einen Blick in die USA: Privater Konsum, Wohnimmobilienmarkt und Exportwirtschaft heizten die Wirtschaftsleistung an, wie das Handelsministerium in Washington nach ersten Berechnungen mitteilte. “Wir sehen die Trendwende”, sagte Christina Romer, oberste Wirtschaftsberaterin im US-Präsidialamt. Doch auch dort wird der Aufschwung wohl nicht lange währen, denn wollen die USA die mehr als 15 Millionen Arbeitslosen wieder beschäftigen, sind sie auf einen weit stärkeren und nicht nur durch den Staat angetriebenen Impuls angewiesen. Bleibt dieser aus, war das dritte Quartal nicht mehr als ein auch politisch gefährliches Strohfeuer.
Doch wie geht’s nun weiter? Wir können beruhigt sein: Der Arbeitsmarkt in Deutschland hat sich im Oktober besser entwickelt als von Experten erwartet. Die Bundesagentur für Arbeit registrierte 3,229 Millionen Arbeitslose. Gaaaanz sicher.
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Weitere Artikel aus der Serie “Aufschwung oder Depression?”:
Was denn nun? Aufschwung oder Depression? Teil 1
Was denn nun? Aufschwung oder Depression? Teil 2
Was denn nun? Aufschwung oder Depression? Teil 3
Was denn nun? Aufschwung oder Depression? Teil 4
Was denn nun? Aufschwung oder Depression? Teil 5
Was denn nun? Aufschwung oder Depression? Teil 6
Was denn nun? Aufschwung oder Depression? Teil 7
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Veröffentlicht unter: _Musik · Etiketten: Deutschland, Euro, Frankreich, Krise, Medien, Schulden, Schweiz, Steuern, USA, Welt, Wirtschaft

















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