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Aufschwung oder Depression? Teil 10

Fragezeichen (Bildquelle: ediathome | PIXELIO)Viel wird derzeit wieder orakelt in den Mainstreammedien. Wirtschaftswissenschaftler aus allen Sparten über- und unterbieten sich mit allen denkbaren Prognosen. Was erwartet uns in der Zukunft? China als neue Weltmacht? Ein steigender DAX? Ein fallender Ölpreis? Ob Inflation, Deflation, Stagnation, Aufschwung, Abschwung: Alles ist dabei. Informativ ist das alles durchaus, schließlich werden in der Regel keine Dummköpfe zitiert. Aber noch mehr ist es amüsant, da sich die Aussagen oft in jeder Hinsicht unterscheiden. Wir haben einige dieser Meinungen zusammengetragen.

Heute befindet sich der DAX auf einem Jahreshoch, weil China angeblich den Wechselkurs des Yuan “anpassen” möchte. Schade nur, dass es sich dabei um eine Aufweichung sowie um eine Aufwertung handeln könnte. Das hält sich die chinesische Zentralbank völlig offen. Vielleicht passiert auch gar nichts. Überstürzte Euphorie?

Mitnichten! Schließlich prognostizierte der IWF einen weltweiten Aufschwung. Für die Industriestaaten geht es  nächstes Jahr um 2,5 Prozent aufwärts, so die IWF-Ökonomen.

Auch das Institut der deutschen Wirtschaft erwartet für kommendes Jahr ein Wachstum von 2 Prozent. Die Telebörse betitelt ihren Artikel dazu mit der reißerischen Überschrift “Aufschwung geht weiter“. Was wohl die 9.000 gekündigten HP-Mitarbeiter dazu sagen?  Oder die 50.000 Österreicher, die ihren Job letztes Jahr dauerhaft verloren haben? Oder die Mitarbeiter der deutschen Elektro- und Metallfirmen, von denen inzwischen jede dritte rote Zahlen schreibt? Oder die Autoverkäufer, deren Absatz um 35 Prozent eingebrochen ist?

Kleiner Aufschwung (Bildquelle: Dieter Schütz | PIXELIO)Wie oft habe ich in Gesprächen mit Angestellten aus der Medizinbranche schon folgende Aussage gehört: “Das Gesundheitssystem bleibt unangetastet, denn krank wird man auch in der Krise”. Sicher, krank wird man auch in der Krise. Nur geheilt wird man möglicherweise nicht mehr: 23 deutschen Krankenkassen droht die Insolvenz, das Bundesversicherungsamt erwartet für 2011 ein Defizit von 11 Milliarden Euro, laut der Ärztezeitung erreicht die Krise nun auch die Medizin.

Wie gut, dass nach einer Umfage des ZEW-Instituts ein stabiler Aufschwung erwartet wird. Erfreulich ist ebenfalls, dass es nun mehr Millionäre gibt als vor Beginn der Krise. Möglicherweise liegt es aber auch nur daran, dass einige Milliardäre im Zuge der Krise unfreiwillig zu Millionären wurden.

Wir blicken also weiterhin in eine ungewisse Zukunft, trotz aller Meldungen zu Aufschwung, Krise, Hausse und Baisse. Noch passend zum Thema ein kleiner Lesetipp (Artikel von 2007): Experten sehen Aufschwung 2008 bei immer mehr Menschen ankommen. Und damit einen schönen Start in die Woche.

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