An diesem Tag...
20.08.2007: „Agents Provocateurs“ auf Demo in Kanada entlarvt


Geschichte

Am 20. August 2007 schleuste die Polizei in Québec, Kanada, schwarz vermummte Beamte als „Agents Provocateurs“ unter die Teilnehmer einer Demonstration. Auch beim G20-Gipfel 2010 in Toronto wurde diese alte Polizeitaktik angewandt.

Agents Provocateurs, Schwarzer Block
Agents Provocateurs, Schwarzer Block, Bild: Skitekk – Revolution (Screenshot)

An diesem Tag im Jahr 2007 wurden während einer Veranstaltung der Security and Prosperity Partnership of North America drei Polizeibeamte als Agents Provocateurs unter die Demonstranten geschleust. Als falsche Demonstranten entlarvt wurden sie von Dave Coles, dem Präsidenten der Communications, Energy and Paperworkers Union of Canada.

(Literatur zum Thema gibt's hier: klick)

Die Polizisten, die als Demonstranten auftraten, waren vermummt, trugen schwarze Kleidung und waren mit Steinen bewaffnet. Als sie als Provokateure enttarnt wurden, unter anderem, weil sie ihre Polizeistiefel trugen, wurden sie Protestveranstaltern dazu aufgefordert, die Demonstration zu verlassen.

Von ihren Kollegen wurden sie anschließend in Handschellen gelegt und abtransportiert. Laut der Journalistin Harsha Walia befanden sich noch weitere verkleidete Polizisten im „Schwarzen Block“ der Demonstration.

Nach dem Protest stritt die Polizei zunächst ab, dass sich drei ihrer Beamten unter die Demonstranten geschleust worden waren. Später gaben sie den verdeckten Einsatz der Agents Provocateurs zwar zu, dementierten jedoch eine provokative oder gewalttätige Absicht.

Die Polizei veröffentlichte eine Pressemitteilung in französischer Sprache, in der geschrieben stand: „Zu keinem Zeitpunkt agierte die Polizei der Sûreté du Québec als Anstifter oder Durchführer krimineller Handlungen“. „Zu jeder Zeit handelten sie im Rahmen ihres Mandats, die Ordnung und Sicherheit zu gewähren“.

Agents Provocateurs beim G20-Gipfel 2010

Am 26. Juni 2010 brachen schwarz vermummte Demonstranten aus der Menge heraus, die in Toronto gegen den G20-Gipfel protestierte. Autos der Polizei wurden in Brand gesteckt und Fensterscheiben eingeschlagen. Die Polizei setzte Tränengas gegen die Randalierer ein.

Die Royal Canadian Mounted Police (RCMP) verhaftete fünf Personen, zwei von ihnen Mitglieder der Toronto Police Services. Nun hatte die Polizei freie Bahn und verhaftete in der Folge zwischen 900 und 1.100 Personen, die größte Massenverhaftung in der kanadischen Geschichte.

Quellenangaben anzeigen
thestar, thestar, cbcnews


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