22.03.1954: Londoner Goldmarkt wird eröffnet


Geschichte/Großbritannien

Am 22. März 1954 wurde der Londoner Goldmarkt wiedereröffnet. Damit fand erstmals seit Beginn des Zweiten Weltkriegs ein Goldfixing statt.

(Literatur zum Thema gibt's hier: klick)
Londoner Goldmarkt 1954
Londoner Goldmarkt 1954

An diesem Tag im Jahr 1954 wurde nach einer 15-jährigen Pause der Londoner Goldmarkt wiedereröffnet. Der Goldmarkt war mit Beginn des Zweiten Weltkriegs im Jahr 1939 geschlossen worden. Nach alter Tradition verwaltete das 150 Jahre alte Private Banking Unternehmen NM Rothschild & Sons das Fixing.

London wollte mit diesem Schritt wieder zu alter Größe als zentraler Welthandels- und Finanzplatz zurückkehren. Großbritannien hoffte zuedem durch die Öffnung des Goldmarkts einen Zufluss von Gold aus den British Commonwealth-Staaten nach London.

Zwei Vertreter der Rothschilds, das Unternehmen Johnson and Matthey sowie vier führende Bullion Broker versammelten sich von nun an, um den Goldpreis festzulegen, wie sie es auch Jahrzehnte vor dem Krieg durchgeführt hatten.

Das erste „Fixing“ lag mit 12,42 Pfund pro Unze Gold etwas höher, als zum Zeitpunkt der Abwertung des Pfund Sterling im Jahr 1949. Bei Beginn des Kriegs im Jahr 1939 wurde der Goldpreis zuletzt auf 8,05 Pfund gefixt.

Nathan Mayer Rothschild

Im Jahr 1809 hatte NM Rothschild & Sons mit dem Goldhandel in Form von Barren und Münzen begonnen. Während der Napoleonischen Kriege schmuggelte Rothschild Gold über den Ärmelkanal und finanzierte auf diese Weise die britischen Truppen im Kampf gegen Frankreich.

Nathan Mayer Rothschild erzielte durch den Krieg ein Vermögen und wurde der wichtigste Finanzier der britischen Regierung.

Quellenangaben anzeigen
sydney morning herald, lbma

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Es gab 1954 sogar Überlegungen einiger kurzsichtiger Politiker, eventuell zum alten Goldstandard zurück zu kehren.
Das fand dann nicht statt. Einfach deswegen, weil der Kalte Krieg schon seit 1945 begann (USA und England gingen auf Konfrontation zum sowjetischen Verbündeten) und 1954 bereits in der Blüte war.
Wie sollten denn, bei begrenzten neuen Goldförderungen, die damit zu erwartenden Kosten bezahlt werden?
Gold ist die ultimative Kreditbremse. Wenn bei einer intakten Golddeckung weitere Kredite nicht mehr mit Gold gedeckt werden können, dann ist dieses Geld dann eben nicht mehr Gold gedeckt.
Und deswegen wurde nichts daraus. Denn die Abkehr 1914 vom Goldstandard durch praktisch alle kriegführenden Staaten war durch genau diesen Umstand erzwungen worden. In die Zukunft projiziert bedeutet das, dass solange keine Übereinstimmung der Interessen aller Staaten herrscht und das Militär nicht abgeschafft wurde, es keinen Goldstandard geben wird.
Egal was einige „Goldseiten“ auch immer schwätzen.

Exakt, mein lieber Bürgender. So ist es.
Ich glaube wir hatten vor Jahren schon über den Goldstandard diskutiert.
Ich halte es für wichtig, sich immer vor Augen zu halten, dass ein neuer Goldstandard nicht wiederkehren kann.
Denn die Bedingungen dafür sind einfach nicht gegeben.
Das Gold kann auch weiterhin zur Wertabsicherung von Staaten untereinander dienen, auch als Zahlungsmittel der Staaten untereinander. Aber als Wertunterlegung der Währungen zum heutigen Zeitpunkt ungeeignet und kann daher ausgeschlossen werden.
Angenommen, die Schweiz oder Kuwait würden für ihre nationale Währung einen Goldstandard einführen.
Was geschieht dann? Dann stiege der Preis dieser goldgedeckten Währungen sehr stark im Verhältnis zu Dollar, Euro und allen anderen Währungen. Ergebnis: die nationalen Produkte könnten nicht mehr exportiert werden.

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